Urkunde 760x422

Abhandlungen zur Urkunde

Bei der Urkunde von 1350 handelt es sich um einen Brief, ausgestellt von "Johann am Throne zu Sayn". Aufgelistet werden Höfe und Grundstücke im Sieg- und Hellertal, die durch Johann von Sayn zu Lehen gegeben wurden. Darunter findet sich das Gut eines "Johan' von Durrenbach" (zweifellos ist damit der Namensvorgänger von Dermbach gemeint), in der 4. Zeile links.
Die Aufzählungen reichen bis nach Troisdorf (Friedrich v. Troisdorf). Genannt werden Eigentümer v. Selbach "alle genant aus Selbach". Diese Nennungen gehen vom Vater auf Bruder und Brudersohn ("Bruderson") über. Es sei auch erwähnt, dass die Herren von Hohenselbach bei mir Güter haben." Weitere Güter werden erwähnt in Ferndorf.
Da es im 14. Jahrhundert noch keine Familiennamen gab, werden Vornamen jeweils Orten zugeordnet: Johannes aus Brachbach, Johan' von Derrenbach usw. Verständlich werden all diese Nennungen aus dem Lehenssystem des 14. Jahrhunderts und später.
Nach einer im Staatsarchiv Koblenz überlieferten Urkunde v. 24. August 1456 (vom Bartholomäus-Tag jenen Jahres) verkauften Johan von Selbach, Diederichs Sohn und seine Frau Eelgin ihrem Bruder und Schwager Friedrich von Selbach und dessen Ehefrau Agnes ihr Erbe und Gut, das sie im Kirchspiel Kirchfreusburg hatten. Dieser Verkauf geschieht vor dem Schultheiss Heymann und sieben Schöffen des Gerichts Kirchfreusburg: Rorich v. Itenewe (Euteneuen), Godert Hirtz v. Derrenbach (Hirte v, Dermbach), Johann Hamersmyt (Hammerschmied) v. Alsdorf, Dederich v. Betzdorf, Volprecht v. Selbach, Rorich v. Wormoss, gesiegelt von Junker Wigand von Selbach.
Der Hof Dermbach bei Friesenhagen gehörte zum Kirchspiel Friesenhagen.

Martin Märzhäuser, Mudersbach 04.07.2000


Die Adelsfamilie von Seelbach-Durrenbach, auch Dorrenbach, Derenbach, Dernbach, Dermbach hatte diesen Beinamen nicht von Dermbach bei Kirchen. Die Urkunde wurde von Graf Johann von Sayn zum Bau der Burg Hohenseelbach für die Ganerben der weitverzweigten Familie von Seelbach ausgestellt. Zu diesen gehörte außer Johann von "Durrenbach" auch die von Burbach und Krottorf die sich ebenfalls meist nach ihren neuen Wohnsitzen nannten.
Die von Durrenbach kommen schon 1336 vor. Die Familie starb nach 1533, vor 1541 aus und nannte sich meist nur von Durrenbach, Dorenbach, Derenbach, Dermbach und Dernbach, oft zugleich von Seelbach mit dem anderen Namen als Beinamen. Sie hatte die drei schräggestellten Rauten der von Seelbach im Schild, so noch Wiegand von Dorrenbach 1513 und 1514. Besitz dieser Familie in der Herrschaft Freusburg war Erbe einer Frau. Die Familie nannte sich von einem Hof in Dernbach, Gemeinde Friesenhagen, das 1551 und 1558 noch Dorenbach und um 1600 noch Dörnbach heißt. Dietrich Rost von "Derenbach" 1368 - 1395, gestorben vor 1413, hafte in seinem Siegel 2.6.1368 und 23.10.1382 von "Derinbach" einen Widderkopf mit einem Stern im linken Obereck im Schild. Auf dem Altarbild der Familie von Flammersfeld im Kloster Altenberg, jetzt im Schloß Braunfels, um 1430, war es in Silber ein schwarzer Widderkopf, darüber ein roter Stern. Er gehörte nach seinem Wappen zu der Familie von Widderbach, die einen Widderkopf ohne Beizeichen im Schild hatte und sich nach einem heute wüsten Hof Widderbach im Kirchspiel Niederfischbach in der Herrschaft Freusburg nannte und sich später neue Sitz in Widderbach, Gemeinde Birken-Brüchen, und in Widderstein schufen. Dietrichs Herkunft aus einer Adelsfamilie der Herrschaft Freusburg spricht dafür, daß er sich nach einem Hof in Dermbach nannte, den später 1554 die von Langenbach, genannt Sassenroth und nachher andere Familien von den Grafen Sayn als Lehen hatten.

Dr. Hellmuth Gensicke 25.6.1999