Die Anfänge

Seit jeher gehörte das Dorf Dermbach mit Guldenhardt zur katholischen Pfarrei Kirchen. Die Dermbacher mussten nicht nur zum Gottesdienst den beschwerlichen Fußweg von 8 km nach Kirchen zurücklegen, sondern auch zur Christenlehre und zum Beicht- und Kommunionunterricht. Nicht minder beschwerlich waren die Versehgänge des Kirchener Pfarrers zu seinen Anbefohlenen in Dermbach.

1886
Schon seit Langem wuchs in Dermbach der Wunsch, ein eigenes Gotteshaus zu bauen. In diesem Jahre wurde beschlossen, für den Neubau der Kirche eine Hauskollekte durchzuführen. Bis zum Jahre 1900 hatten die Dermbacher die beachtliche Summe von 12.800 DM zusammengebracht.

1899
Nachdem der Friedhof in Dermbach fertiggestellt worden war, wollten die Dorfbewohner nun den Bau ihrer Kirche in Angriff nehmen, da sie für ihre Verstorbenen auch das heilige Opfer hier in der Gemeinde darbringen wollten. Unter Pfarrer Merkelbach wurde eine Versammlung einberufen, in der der Kirchbau formell beschlossen wurde und auch schon Überlegungen zu den nötigen Vorarbeiten angestellt wurden. Zum Bauplatz wurde auf dem Kampen von edlen Stiftern Garten- und Wiesenland unentgeltlich zu Verfügung gestellt.

1901
Die Bevölkerung beschloss, den Kirchbauverein Dermbach zu gründen, um die Baumaßnahmen, die von Architekt Ritzefeld aus Beuel geplant waren, vor Ort betreuen und koordinieren zu können. Durch den Verein wurden die Spendengelder gesammelt und verwaltet; die vielfältigen Eigenleistungen mussten aufeinander abgestimmt werden. Am 22. September 1901 fand bereits die feierliche Grundsteinlegung statt. Auch viele auswärtige Gäste waren zu diesem großen Ereignis nach Dermbach gekommen, die sich mit den Dorfbewohnern über das Gelingen des ersten Bauabschnittes freuen wollten. Die Arbeiten wurden unermüdlich fortgesetzt.

1902
Am Ostermontag wurden die beiden Glocken geweiht, die große dem hl. Josef und die kleine der hl. Barbara. Die Ausbauarbeiten machten ihre Fortschritte, so dass am 18. September 1902 die Einweihung des Dermbacher Gotteshauses gefeiert werden konnte. Die Kirche wurde dem Heiligen Josef gewidmet.

Die Arbeit des Kirchbauvereins Dermbach aber war noch nicht beendet. Es mussten Bauschulden abgetragen werden; es mussten Anschaffungen (Einrichtung, Messgewänder, sakrale Geräte) getätigt werden. Der Verein suchte Spender und wohltätige Stifter. Der große Einsatz der Dermbacher Bevölkerung für den Bau ihrer Kirche in diesen wirtschaftlich so schweren Zeiten war bewunderungswürdig.

1913
Der Kirchenvorplatz mit dem Treppenaufgang, den Mauern, dem geschmiedeten Zaun und den beiden Toren wurde gestaltet. Als 1914 Dermbach an das Stromnetz angeschlossen wurde, erhielt auch die Kirche eine elektrische Anlage.

1927
Die Dorfgemeinschaft beging das 25-jährige Bestehen der Kirche in einem feierlichem Hochamt; alle Vereine unter der Leitung des Kirchbauvereins hatten in der Turnhalle ein begeisterndes Fest gestaltet. Im diesem Jahr wurde die monatliche Hauskollekte wieder abgehalten, da durch Witterungseinflüsse umfangreiche Ausbesserungen an der Kirche notwendig wurden.

Der Verein im Wandel der Zeit

1934
Eine Versammlung des Kirchbau-Vereins beschliesst, den Verein in Kapellengemeinde e.G. Dermbach umzubenennen und ihn in das Vereinsregister am Amtsgericht Kirchen eintragen zu lassen. Diese Umbenennung zeigt an, dass die Aufgaben des Vereins sich im Laufe der Zeit nicht nur gewandelt, sondern auch erweitert hatten. Gegründet wurde er im Jahre 1901 zum Zwecke der Durchführung des Kirchbaus.

Heute obliegt dem Verein nach seiner Satzung die Pflege und Reinigung des Kirchengebäudes, -Geländes und -Inventars. Der Verein leistet Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Gottesdiensten und zu anderen kirchlichen Anlässen (u.a. Messdiener, Jugend- und Seniorenarbeit, Krankenbetreuung; Prozessionen).

Er bemüht sich nicht nur um den Erhalt der Kirche in Dermbach, sondern insbesondere auch darum, dass das religiöse Leben in unserer Gemeinde lebendig bleibt. Viele junge Paare werden hier getraut, und den Kindern wird in ihrer Heimatkirche das Sakrament der Taufe gespendet. Dermbacher empfinden auch heute noch ihre Kirche als den Mittelpunkt ihres Heimatdorfes und bezeugen ihre Verbundenheit durch ihre persönliche Mithilfe bei Arbeiten rund ums Gebäude, durch ihre Unterstützung des Vorstandes der Kath. Kapellengemeinde Dermbach e.V., durch ihre finanziellen Zuwendungen für die Belange ihrer Kirche und durch ihr aktives Mittun im Kirchenjahr.

Seit nunmehr 50 Jahren erhebt der Verein keine Mitgliedsbeiträge; alle Vorhaben und Maßnahmen werden aus den Spenden und Kollektengeldern geleistet, die ihm von den Gottesdienstbesuchern und Freunden der Dermbacher Kirche treuhänderisch anvertraut werden. So konnten in den letzten 20 Jahren unter der Federführung des Vereins umfangreiche Bauarbeiten zur Substanzsicherung unserer St. Josefs-Kirche durchgeführt werden. Diese Werterhaltung unseres Gotteshauses ist ein hohes Anliegen des Vereins.

Die großartige Leistung unserer Vorfahren spornt den Verein an. Auf der Jahreshauptversammlung erörtern die Mitglieder der Kapellengemeinde die anstehenden Maßnahmen und beauftragen den Vorstand mit der Durchführung. Der Pfarrer und die kirchlichen Gremien unterstützen seine Arbeit.

Ausblick auf die Zukunft

Im Jahre 2001 wird die Kath. Kapellengemeinde Dermbach e.V. auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken können. Für das Jahr 2002 ist ein großes Jubiläumsfest geplant. Die Dermbacher Dorfgemeinschaft feiert mit ihren Gästen den Gedenktag der Einweihung unserer Kirche