Festhochamt

Mitgestaltung durch den MGV "Liedertafel" 1836 Dermbach e.V.
Organist: Franz-Josef Faßbender
Musikalische Leitung: Chordirektor ADC/FDB Karl-Willi Harnischmacher

Zum Einzug: Gemischter Chor
mit Orgel
Singet, danket
Text: n. Psalmversen - Günter Glorius
Musik: Emil Rabe
Zum Gloria: Gemeinde Gott, Vater dir, (GL 829 / 5)
Text: Friedrich Spee 1623
Musik: Mainz 1952
Zum Zwischengesang Männerchor
mit Orgel
Swing low, sweet chariot
Text und Melodie: Negro-Spiritual
Chorbearbeitung: Rolf Mammel *1926
Credo Gemeinde Das Große Glaubensbekenntnis
Zur Gabenbereitung Gemischter Chor
mit Orgel
Hymnus "Jauchzet dem Herrn"
Text: Robert Carl
Musik: Friedrich Silcher 1789-1860
Bearbeitung für Chor und Orgel:
Wolfgang Luderitz *1926
Zum Sanktus Gemeinde Heilig, heilig, dreimal heilig (GL 832)
Text: Nach Tilmanns Gesangbuch 1769
Musik: Erk / Böhme. Liederhort 1836
Zur Kommunion Gemeinde Lasst uns loben (GL 637 / 1-3)
Text: Georg Thurmaier 1948
Musik: Erhard Quack 1948
Nach der Kommunion Gemischter Chor Herr, Dein Wort (Spruchmotette)
Hilger Schallehn 1936 - 2000
Nach dem Segen Gemischter Chor Jerusalem
Text: Julie Winter
Musik: Stephen Adams und Fritz Ihlau
Zum Auszug Gemeinde Nun danket all... (GL 267 / 1-4)
Text: Paul Gerhardt 1647
Musik: Johann Crüger 1653


Anschließend: Enthüllung der Gedenktafel "650 Jahre Dermbach"

650 Jahre Dermbach - Gedenktafel v.l.:
Schirmherr Clemens Lück,
Bürgermeister Uwe Erner,
Pfarrer Peter Zahn,
Pfarrer Heinz Christ,
MdB Werner Wittlich,
Beigeordneter Gerhard Fuchs, Ortsvorsteher Gerhard Latsch

Trotz des Regens bildete sich eine große Menschentraube - Regenschirm an Regenschirm, als Pfarrer Heinz Christ und sein evangelischer Kollege Peter Zahn vor dem Dorfkreuz eine Bronze-Gedenkplatte enthüllten. Auf erzhaltigem Steinuntergrund erinnert die Inschrift an Dermbachs wechselvolle Geschichte.


Ansprache des Ortsvorstehers

Die heutige Zeit wird übereinstimmend "das Zeitalter der Informationsverarbeitung" genannt. Wir als Informationsgesellschaft haben mittels PC und Internet die Möglichkeit, unser Wissen in der nächsten Sekunde der ganzen Welt zugänglich zu machen. Aber auch nichts ist so schnell vergänglich wie Informationen. Wie wertlos ist auf der Autobahn eine Stauwarnung für den Stau, in dem ich gerade stehe, wie nutzlos das Kennen des Börsenkurses von gestern. Nicht nur die Informationen, sondern wir Menschen selbst können rund um die Welt fliegen. Und das in einer bisher nicht gekannten Geschwindigkeit.

Gerade dann, wenn kaum Zeit zum Luftholen bleibt, sehnen wir uns nach etwas Ruhendem, etwas Beständigem. Es ist zwar nie so ausgesprochen worden, aber vielleicht war eine solche Sehnsucht ein "Geburtshelfer" für den Gedanken, aus Anlass der Dermbacher 650-Jahr-Feier eine Gedenktafel zu errichten. Im Gegensatz zur vorhin dargestellten gesellschaftlichen Situation ist ein beständiges Denkmal entstanden. Ein unverrückbarer, großer Stein, der aus der heimischen Erde stammt. Daran angebracht eine Tafel aus Bronze.

Bronze ist nach Stahl die härteste Metalllegierung und findet besondere Verwendung in Schmuck, Glocken, Münzen und Kunstgegenständen. Schon bei den Kelten wurde in der Bronzezeit im 3. - 1. Jahrtausend v.Chr. die Bronze für Kunstgegenstände, Waffen und Schmuckstücke häufig verarbeitet. Und damit schlagen wir eine Verbindung nach Dermbach. Diese Kelten sind ab dem 1. Jahrtausend v.Chr. wegen eines anderen Metalls, nämlich des Eisens, in unserem Raum sesshaft geworden.

Ausgelöst durch unsere Radiosendung am vorigen Sonntag ist mir in dieser Woche die wissenschaftlich stichhaltige Erklärung unseres Ortsnamens "Dermbach" überbracht worden. Demnach stammt dieser Name eindeutig aus der Zeit der Kelten. Bei diesem Volksstamm stand unter anderem der Begriff "Dern" oder "Derm" für Bachauen und andere feuchte Gebiete. Damals neigte man auch dazu, wie bei heutigem kindlichen Geplapper, Begriffe zu verdoppeln. Daher stammen die Wortteile "Derm" und "Bach". Dies ist also eine Doppelbezeichnung für die hiesigen feuchten Täler.
Eine Erklärung aus dem lateinischen "terminus pagi" abzuleiten, ist aus zwei Gründen nicht schlüssig: Zum einen hätte eine lateinische Bezeichnung nur von den Römern stammen können. Wir befinden uns hier aber nördlich des römischen Limes, also in einem, wenn über-haupt, nur spärlich mit Römern besiedelten Gebiet. Zum anderen vergaben die Römer aus militärischen Geheimhaltungsgründen nur sehr selten Namen für Siedlungen oder Militärstandorte.

Die Kelten haben hier in Windöfen das Eisen geschmolzen. Wahrscheinlich wurde zum Härten des Eisens Wasser benötigt, weshalb man sich eben vorzugsweise an Bach- und Flussläufen niederließ. Über die Bedeutung der Eisengewinnung und -verhüttung und der Eisenverarbeitung für unsere Heimat von der LaTene-Zeit bis in die jüngere Vergangenheit wird Herr Solbach im Festvortrag am 10. Juni etliches ausführen.

Gedenktafel Dieses Denkmal hier soll uns sagen: "Liebe Dermbacherin, lieber Dermbacher, Denk mal darüber nach, welche wechselvolle Geschichte dein Heimatort bewältigt hat, wie viel Mühe und Schweiß deine Vorfahren in den Aufbau und die Entwicklung des Dorfes eingebracht haben, wie viel Entbehrungen sie hingenommen haben und welch ein schönes Fleckchen Heimat dadurch hier entstanden ist."

Wir wollen diese Errungenschaften nicht wie die Staumeldung und den Börsenkurs von gestern morgen schon zum alten Eisen werfen, sondern in kleinen Schritten und beharrlich weiter Beständiges schaffen, damit unsere Kinder und Enkel auch zukünftig dieser Beständigkeit auf Schritt und Tritt in Dermbach begegnen.

Glück Auf!