Geschichtliches - kurze Chronik

Vorzeit
Rund um Dermbach wurde eine ganze Anzahl alter Eisenverhüttungsstätten freigelegt, die zum Teil aus der La Tène-Zeit (etwa 400 v.Chr.) stammen. Zum Teil heute noch erkennbare Ackerterrassen weisen darauf hin, daß damals (300-400 v.Chr.) der hiesige Raum schon besiedelt war. Wo diese "keltischen Eisenleute" ihre Anwesen hatten, ist allerdings unklar.

In früherer Zeit gehörte Dermbach zum Kirchspiel Kirchen, das ein Teil der Herrschaft Freusburg war. Die Herrschaft Freusburg, die bis 1244 ihre eigenen Grafen hatte, fiel dann an die Grafschaft Sayn.

1350
In der "Hohenseelbach"-Urkunde von 1350 gestattet Johann, Graf zu Sayn, den Herren "genannt von Seelbach", auf der Malscheid ein Haus mit Toren und Türmen zu bauen, das "Hohenseelbach" genannt werden soll. Bei den Seelbachern ist ein Ritter Johann von Doerenbach erwähnt. Ob dieser in Dermbach ansässig war, ist umstritten.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts hieß Dermbach noch Dörenbach.

Zur Urkunde

1471
In der Urkunde eines Freusburger Rentmeisters ist eine Dermbacher Hütte erwähnt, die einen Zins nach Freusburg zu entrichten hatte. Wo diese Hütte gestanden hat bzw. welche Hütte gemeint ist, ist allerdings unklar.

Graf Sebastian (seit 1555) und sein Nachfolger Heinrich IV führten in ihren Ländern die lutherische Lehre ein.

1626
Nach einem Prozeß vor dem Reichskammergericht zu Speyer fiel die Herrschaft Freusburg (Kirchspiel Kirchen, Fischbach, Gebhardshain und Daaden) an Kur-Trier. Das Volk wurde wieder katholisch.

1632
Auf Bitten des Grafen Ernst von Sayn-Wittgenstein erobert der schwedische König Gustav Adolf die Freusburg. Freusburg kommt wieder zur Herrschaft Sayn und die Bewohner werden lutherisch.

1637
Die Freusburg wird durch die Truppen des Erzbischofs von Trier erobert und die Herrschaft in Besitz genommen.

1652
Kur-Trier gibt Freusburg an die Herrschaft Sayn zurück. Die Kirchen der drei Pfarreien werden zu Simultankirchen.

1670
Einige Dermbacher Bürger sind an der "Rebellion im Amt Freusburg" beteiligt.

Um 1800
Dermbach lebt von Ackerbau, Haubergswirtschaft und hauptsächlich vom Bergbau. Im Jahre 1795 war Alexander von Humboldt zu Gast in Dermbach und befuhr Dermbacher Gruben. 1804 hatte Dermbach 20 Haushaltungen mit 151 Einwohnern.

1844
Die Schule in der Dorfmitte wird gebaut.

1886
Eine Versammlung im Ort beschließt, eine eigene Kirche zu bauen. Die Finanzierung erfolgt durch regelmäßige Kollekten und sehr viel Eigenleistung der Dermbacher Bevölkerung. 1901 kann mit dem Bau begonnen werden.

1899
Die Waldinteressentschaft stellt der Gemeinde Gelände für einen eigenen Friedhof zur Verfügung.

1902
Am 18. September wird die Kirche St. Josef eingeweiht. Im gleichen Jahr kann die zweite Schule oben im Dorf bezogen werden.

1955
Am 1. April scheidet Dermbach aus dem Amtsverband Kirchen aus und schließt sich der amtsfreien Großgemeinde Herdorf an.

1960
Im Zuge der Neuordnung des Dekanates Kirchen wird die Dermbacher Kirche aus der Pfarrei Kirchen ausgegliedert und wird zur Filialkirche der Pfarrei Herdorf.